Arbeitsschuhe für Köche und Küchenpersonal – Sicherheit bei jedem Arbeitsschritt

In professionellen Küchen müssen Köche und Küchenmitarbeiter täglich zahlreiche Aufgaben gleichzeitig erledigen. Sie bereiten Lebensmittel vor, bedienen Küchengeräte, transportieren schwere Behälter und bewegen sich zwischen verschiedenen Arbeitsbereichen. Dabei können Wasser, Öl, Fett und Lebensmittelreste auf den Boden gelangen. Zusätzlich besteht je nach Tätigkeit die Gefahr, dass schwere Gegenstände auf die Füße fallen.
Geeignete Arbeitsschuhe sind deshalb ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung. Sie sollen die Füße vor bestimmten Gefahren schützen, eine gute Bodenhaftung unterstützen und gleichzeitig genügend Komfort für lange Arbeitsschichten bieten. Die richtige Auswahl hängt von den Arbeitsbedingungen, den erforderlichen Schutzfunktionen und den individuellen Bedürfnissen der Mitarbeiter ab.
Schritt 1 – Die Gefahren im Küchenalltag erkennen
Bevor ein geeignetes Schuhmodell ausgewählt wird, sollten die typischen Gefahren am Arbeitsplatz ermittelt werden. In einer Restaurantküche können andere Bedingungen herrschen als in einer Großküche oder Spülküche.
Zu den häufigsten Herausforderungen gehören:
· Wasser und Reinigungsflüssigkeiten auf glatten Fliesen
· Öl und Fett aus Koch- und Frittierbereichen
· Lebensmittelreste auf Laufwegen
· Herabfallende Töpfe, Bleche und Küchengeräte
· Lange Stehzeiten und häufige Laufwege
· Regelmäßige Reinigung und hohe hygienische Anforderungen
Eine betriebliche Gefährdungsbeurteilung hilft dabei, die notwendigen Schutzfunktionen zu bestimmen. Sie bildet die Grundlage für die Entscheidung, ob Berufsschuhe oder Sicherheitsschuhe benötigt werden. Wer leichtere Berufsschuhe bevorzugt, kann geeignete Arbeitsschuhe ohne Stahlkappe entsprechend den betrieblichen Anforderungen auswählen.
Schritt 2 – Die passende Schutzklasse bestimmen
Arbeitsschuhe für die Gastronomie werden mit unterschiedlichen Schutzfunktionen angeboten. Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Berufsschuhen und Sicherheitsschuhen.
Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345
Sicherheitsschuhe verfügen über eine Zehenschutzkappe und schützen die Füße vor bestimmten mechanischen Einwirkungen. Welche zusätzlichen Eigenschaften vorhanden sind, hängt von der jeweiligen Schutzklasse ab.
S1: Diese Schutzklasse umfasst eine Zehenschutzkappe, einen geschlossenen Fersenbereich, antistatische Eigenschaften und Energieaufnahme im Fersenbereich.
S2: S2-Sicherheitsschuhe bieten die grundlegenden Eigenschaften der Klasse S1 und zusätzlich ein wasserabweisendes Obermaterial. Sie können für bestimmte Küchenbereiche interessant sein, in denen sowohl Zehenschutz als auch Schutz bei kurzfristigem Kontakt mit Feuchtigkeit benötigt werden.
S3: Diese Schuhe verfügen zusätzlich über einen Durchtrittschutz und eine entsprechend profilierte Laufsohle. Sie kommen infrage, wenn die Gefährdungsbeurteilung einen Schutz vor spitzen Gegenständen auf dem Boden verlangt.
Berufsschuhe nach EN ISO 20347
Berufsschuhe besitzen keine vorgeschriebene Zehenschutzkappe. Sie können für Küchenbereiche geeignet sein, in denen kein entsprechender mechanischer Schutz erforderlich ist. Auch bei diesen Modellen sollte auf geeignete Rutschhemmung und eine gute Passform geachtet werden.
Die Schutzklasse sollte niemals allein nach dem Aussehen oder dem Preis ausgewählt werden. Entscheidend sind die tatsächlichen Risiken am Arbeitsplatz.
Schritt 3 – Auf eine geeignete Rutschhemmung achten
Eine der größten Herausforderungen in professionellen Küchen sind glatte und feuchte Böden. Wasser, Fett und Öl können die Bodenhaftung erheblich beeinträchtigen. Deshalb sollte die Laufsohle für die vorgesehenen Arbeitsbedingungen geeignet sein.
Bei Sicherheitsschuhen nach EN ISO 20345:2022 weist die Kennzeichnung SR auf eine zusätzliche Rutschhemmungsprüfung unter definierten Bedingungen hin. Bei älteren Modellen findet sich häufig noch die Bezeichnung SRC aus einer früheren Normfassung.
Diese Kennzeichnungen liefern wichtige Informationen über geprüfte Eigenschaften. Sie garantieren jedoch keine vollständige Rutschsicherheit auf allen Böden und bei jeder Verschmutzung.
Neben der Kennzeichnung spielt die Konstruktion der Laufsohle eine wichtige Rolle. Lamellen- und Schuppenprofile können dabei helfen, Flüssigkeitsfilme unter der Sohle zu verdrängen. Das kann den Kontakt zwischen Schuh und Boden unter geeigneten Bedingungen unterstützen.
Schritt 4 – Das richtige Sohlenprofil auswählen
Das Sohlenprofil beeinflusst, wie die Laufsohle mit dem Untergrund in Kontakt kommt. Für Küchenbereiche sind deshalb speziell gestaltete Profile interessant.
Lamellenprofile besitzen schmale Einschnitte, die die Verdrängung von Flüssigkeiten unterstützen können. Schuppenprofile verfügen über eine besondere Anordnung profilartiger Segmente. Beide Varianten können für feuchte Arbeitsbereiche interessant sein.
Wichtig ist, dass die Profilbereiche nicht nur zur Bodenbeschaffenheit passen, sondern auch regelmäßig gereinigt werden können. Fett und Lebensmittelreste können sich zwischen den Rillen sammeln und die vorgesehene Funktion beeinträchtigen.
Ein besonders grobes Profil ist nicht automatisch die beste Lösung. Entscheidend sind die gesamte Sohlenkonstruktion, das Material und die Herstellerangaben.
Schritt 5 – Passform und Tragekomfort berücksichtigen
Küchenpersonal steht häufig viele Stunden am Stück und bewegt sich während der Arbeit ständig. Deshalb muss ein Arbeitsschuh bequem sitzen und ausreichend Bewegungsfreiheit bieten.
Bei der Anprobe sollten folgende Eigenschaften geprüft werden:
· Ausreichend Platz im Zehenbereich
· Sicherer Halt an der Ferse
· Angenehme Innenpolsterung
· Geeignete Dämpfung beim Gehen und Stehen
· Passendes Gewicht für häufige Laufwege
· Keine störenden Druckstellen
Eine gute Passform unterstützt den Tragekomfort während langer Schichten. Es empfiehlt sich, verschiedene Modelle auszuprobieren und die Mitarbeiter bei der Auswahl einzubeziehen.
Schritt 6 – Pflegeleichte Materialien bevorzugen
In Küchen kommen Arbeitsschuhe regelmäßig mit Wasser, Fett und Lebensmittelresten in Kontakt. Deshalb sollten Obermaterial und Laufsohle für die vorgesehenen Reinigungsverfahren geeignet sein.
Wasserabweisende Materialien können bei kurzfristigem Kontakt mit Feuchtigkeit Vorteile bieten. Sie sind jedoch nicht automatisch wasserdicht. Die jeweiligen Herstellerangaben sollten deshalb vor dem Kauf geprüft werden.
Weiße Arbeitsschuhe sind in vielen gastronomischen Betrieben beliebt, weil Verschmutzungen auf hellen Oberflächen schneller sichtbar werden können. Für die tatsächliche Hygiene sind jedoch die Reinigungsfähigkeit und die regelmäßige Pflege entscheidend.
Desinfektionsmittel sollten nur eingesetzt werden, wenn sie für das jeweilige Schuhmaterial freigegeben sind. Ungeeignete Reinigungsprodukte können Obermaterial, Sohle oder Verklebungen beschädigen.
Schritt 7 – Die Schuhe regelmäßig kontrollieren
Auch hochwertige Arbeitsschuhe müssen regelmäßig überprüft werden. Besonders die Laufsohle ist im Küchenalltag starken Belastungen ausgesetzt.
Betriebe sollten auf folgende Punkte achten:
· Abgenutzte oder beschädigte Profilbereiche
· Risse und andere Schäden an der Sohle
· Beschädigungen am Obermaterial
· Defekte Verschlüsse und Nähte
· Veränderungen der Passform
· Verschmutzungen in den Profilrillen
Stark abgenutzte Schuhe sollten rechtzeitig ersetzt werden. Eine regelmäßige Kontrolle hilft dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und die vorgesehenen Schutzfunktionen zu erhalten.
Schritt 8 – Arbeitsschuhe an den jeweiligen Küchenbereich anpassen
Nicht jeder Mitarbeiter benötigt dasselbe Schuhmodell. Köche arbeiten häufig in Bereichen mit Fett und Speiseresten. Mitarbeiter in Spülküchen haben dagegen besonders häufig Kontakt mit Wasser. Küchenhilfen und Servicekräfte legen oft viele Wege zwischen unterschiedlichen Arbeitsbereichen zurück.
Deshalb sollte die Auswahl individuell erfolgen. Für bestimmte Tätigkeiten können S2-Sicherheitsschuhe mit wasserabweisendem Obermaterial geeignet sein. Wenn kein Zehenschutz erforderlich ist, können Berufsschuhe nach EN ISO 20347 infrage kommen.
Bei zusätzlichen Gefahren müssen weitere Schutzfunktionen berücksichtigt werden. Die Entscheidung sollte immer auf der Gefährdungsbeurteilung basieren.
Passende Arbeitsschuhe für Küchenpersonal finden
Für Restaurants, Kantinen und Großküchen ist eine Kombination aus Schutz, Rutschhemmung und Tragekomfort entscheidend. Besonders bei langen Arbeitsschichten sollten die Schuhe nicht nur den Sicherheitsanforderungen entsprechen, sondern auch angenehm zu tragen und leicht zu reinigen sein.
Eine Übersicht über rutschfeste Arbeitsschuhe, Sicherheitsschuhe S2 und Modelle mit Schuppenprofil bietet Antirutschprofi. Gastronomiebetriebe können dort verschiedene Ausführungen vergleichen und geeignete Lösungen für ihre Mitarbeiter finden.
Arbeitsschuhe für Köche und Küchenpersonal müssen unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. Neben dem Schutz vor mechanischen Gefahren sind eine geeignete Rutschhemmung, eine gute Passform und pflegeleichte Materialien wichtig.
Mit einer systematischen Auswahl lassen sich die Schuhe auf die jeweiligen Tätigkeiten abstimmen. Wenn Betriebe zusätzlich auf regelmäßige Reinigung, die Kontrolle der Laufsohlen und eine sorgfältige Gefährdungsbeurteilung achten, schaffen sie bessere Voraussetzungen für Sicherheit bei jedem Arbeitsschritt.



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